Der Traum vom eigenen Haus: Ein Eigenheim ist vieles – aber keine Geldanlage! – Finanzplanung - Honorar statt Provision

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Der Traum vom eigenen Haus: Ein Eigenheim ist vieles – aber keine Geldanlage!

Es klingt unfassbar einfach: 25 Jahre Kredit abzahlen und den Rest des Lebens mietfrei wohnen oder das ganze Leben lang den sich immer mehr anbahnenden Mietwahnsinn ertragen müssen. Bei nahezu jedem Immobilienfinanzierungsrechner im Internet werden Sie Ihre Idee bestätigt bekommen – das Eigenheim ist ein sicheres Anlageobjekt. Klingt verlockend, ist aber in aller Regel eine fatale Fehleinschätzung.

Der Traum von den eigenen vier Wänden macht Sinn: Die Mieten steigen nicht nur in deutschen Großstädten astronomisch, wirklich attraktiver Wohnraum ist ohnehin knapp und die Aussicht, etwas eigenes zu besitzen kombiniert mit dem Gedanken, im Alter mietfrei zu wohnen ist ziemlich attraktiv. Zudem gesellt sich die Finanzkrise, die dafür sorgt das Anleihen keine Gewinne mehr abwerben, Aktienspekulationen Höllenritten ähneln und Kredite nie so zinsgünstig zu kriegen waren wie im Moment.

Nun folgt das große ABER – es gibt einen Haken!

Verstehen Sie mich nicht falsch, ein Hausbau oder -kauf ist eine tolle Sache, der Traum vieler Menschen und die sehr wahrscheinlich größte Investition ihres Lebens. Es ist überhaupt nichts falsch daran, sich diesen Traum zu erfüllen, aber mit dem Wissen: ein Haus ist alles, nur keine Geldanlage. Ein Haus sorgt für emotionale Rendite, nicht finanzielle Und das hat ganz einfache Gründe.

Expertentipp:

Eine Geldanlage basiert immer auf drei entscheidenden Basiselementen:

Liquidität: Wie schnell und unter welchem Bedingungen komme ich an mein Geld, wenn ich es brauche?

Sicherheit: Bekomme ich das Geld, das ich investiert habe, auch wieder?

Rendite: Wie sehr lohnt sich der „Einsatz“ meines Geldes?

Nehmen wir an Sie kaufen ein Haus für 300.000 Euro, brauchen 80 % davon in Kreditform und bezahlen inklusive Zinsen und Nebenkosten etwa 450.000 Euro dafür. Nun wohnen Sie die gesamte Kreditdauer von sagen wir 20 Jahren mit Ihrer Familie im Objekt und stecken in dieser Zeit noch einmal zusätzlich 30.000 Euro in die Instandhaltung. Ihr Ausgaben belaufen sich also auf etwa 480.000 Euro. Um Ihre Rendite nun abzufassen, müssen Sie verkaufen, nur:

Was wird Ihr Haus nach 20 Jahre noch Wert sein?

Sie sehen schon, selbst wenn es optimal laufen sollte und Sie den Wert Ihres Eigenheims erhalten oder gar steigern könnten, werden Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gewinn aus diesem Verkauf schlagen, sondern mit Verlusten rechnen müssen. Abgesehen von der Tatsache, dass die Liquidität nicht garantiert werden kann und eine Sicherheit nicht gegeben ist, schließt sich auch eine Rendite nahezu aus und keines der drei Basiselemente für eine sinnvolle Geldanlage ist mehr gegeben.

Und doch: Für viele Menschen ist ein Eigenheim ein großer Traum und eine sinnvolle Investition, wenn man die Kirche im Dorf lässt und die eigene Finanzkraft nicht überschätzt. Ich schließe mich dabei gar nicht aus. Als freier Honorarberater sind mir die fadenscheinigen „Argumente“ der Banken – ein Haus sei DIE sicherste und beste Geldanlage – einfach nur ein Dorn im Auge und ich möchte Sie vor diesem Irrglauben schützen.

Haben Sie bereits ein Eigenheim? Wie sind Ihre Erfahrungen? Bitte lassen Sie uns mit Ihren Kommentaren an Ihren Gedanken zum Thema teilhaben – gemeinsam wird man schließlich schlau!

2 Kommentare

Rainer —

Guter Artikel, Respekt.

Vor allem, sehr richtig eingeschätzt. Jeder der Kinder und ein Haus voller Leben und Gäste hat, weiß, dass das Eigenheim alles andere als eine wertsteigernde Geldanlage ist.

Ich glaube vielen Bauherren ist das gar nicht bewusst…

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